Posts mit dem Label Sommer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sommer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

01.07.12

Tempus fugit...

...para bellum
Mashup, yo!


Während noch der Sommer mit heißem Juniende die Menschen zum Schwitzen bringt -und Fußballfans zum Heulen (wobei mir auffiel, dass sich seit mehreren Jahren schon niemand mehr lustig macht über dialektbedingte Akzente; Herr Löw böte Angriffsfläche) und Diskutieren- ist das halbe Jahr schon vorbei. 2012, huh, Mayakalender, Katharsis, et cetera, ad nauseam.

Vermutlich miesestes Foto der Welt: Vollpfosten vor Joggerin (schön)
Während sich über der schönen Joggerin (wird sie demnächst heiraten und ein glückliches Leben hier auf dem Land verbringen, oder geht sie studieren -nach Berlin gar- und verwahrlost im Moloch als verlassene Mutter drogensüchtiger Kinder?) Wölkchen zu Wolken ballen und bald zu Fronten werden, ist irgendwas in Sachen Krise beschlossen worden.


Während also alle noch im Wärmetaumel dahindampfen, ahnt der Körper und weiß der Teil des Geistes den ich als Betriebssystem betrachte, dass es hier sehr bald wieder so aussehen wird: kalt und öd und feucht und klamm und wo bleibt nur die Sonne? Alles ächzt und alles knarrt, hinkt und manches knackt und platzt und stirbt.


Am Abend dann im Biergarten sahararotes Sonnenlicht bis weit nach halbzehn. Und schließlich, danke!, ein ordentliches Gewitter. Die plappernden Touristen -ohne Augen für die Schönheit der Darbietung- drehten dem Geschehen den Rücken zu. EM ist rum, "Läbbe gehd weider."

Krise auch.

04.05.12

Noch einer

 
Also auch MCA. Die Helden sterben weg. Was hatten wir Spaß!

Ich erinnere mich an einen lauen Sommerabend vor fünfhundertdreiundsechzig Jahren und vier Monaten, als ich der Band, der ich damals angehören wollte/sollte, ein Mixtape meiner musikalischen Favoriten präsentierte. Einfach, um klar zu machen, woher ich komme, was ich will, was mich beeinflusst hat.

AC/DC haben sie damals locker weggesteckt, klar. Motörhead belächelt als Dilettanten. Frank Sinatra und alten Tom Waits jovial abgenickt. Edith Piaf war schwer, aber ging. Beethoven via Brendel hatte ich mir gespart. Peter & seine Test Tube Babies waren grenzwertig. The Damned ("Love Song", großes Kino!): Schweigen. Und dann kamen die Beastie Boys. You gotta fight for your right to party. Mit diesem Nichtsolo von Kerry King.

Internationale Koryphäen der plastischen Chirurgie waren nötig, meinen zukünftigen Mitmusikanten die Augenbrauen wieder vom Hinterkopf Richtung Gesicht zu verpflanzen. Das war nahezu unverständlich: primitivstes Riff, prolliger Sprechgesang (der Begriff "Rap" war durchaus noch fremd), stumpfer Drumcomputer und irgendwann Geräusche, die ein Solo sein sollten. Gefühlte Jahrhunderte vor Tom Morello.

Wir wurden natürlich trotzdem eine Band, spielten brav brave Musik, lösten uns auf, gründeten eine neue Band, spielten mehr brave Musik, lösten uns auf, gründeten wieder eine neue Band und nur meinem egomanischen Genie ist es zu verdanken, dass wir heute alle als fette, faltige Multimilliardäre sämtliche Strandvillen der Welt (in Zahlen: DER WELT) besitzen.

Danke, Adam Yauch.